Bei spätsommerlichen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein fanden sich 20 Mitglieder und Gäste des Freundeskreis zu einem Literarischen Spaziergang durch die Lichtentaler Allee, am Stadtmuseum ein. Das Schauspielerehepaar Max Ruhbaum und Constanze Weinig führten diese durch eine Reise ins 19. Jahrhundert in Baden-Baden.
Beginnend an der Büste von Pauline Viardot werden insgesamt 9 Stationen mit Texten, Briefen, Zeitungsartikeln aus der Zeit und Tagebücherauszügen in humorvoller Weise lebendig gemacht.


Ein Briefwechsel zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms wird zum Dialog und verdeutlicht schnell deren unterschiedliche Charaktere.
Die Schriftsteller und die Spielbank
Beendet wurde der Spaziergang am Theater und dem Kurpark, mit zahlreichen Zitaten der Erbauer und frühen Besucher. So etwa Fjodor Dostojewski, der im Casino sein gesamtes Geld, alle Wertsachen und sogar den erst 3 Tage getragenen Ehering seiner Frau Anna verspielte. Oder auch Leo Tolstoi, der innerhalb kürzester Zeit sein gesamtes Bargeld sowie seine Reisekasse verspielte und nur mit geliehenem Geld die Stadt verlassen konnte.
Da wesentliche Teile der Spielbankerträge damals in das Theater flossen, kann zurecht davon gesprochen werden, dass diese beiden weltberühmten Dichter zu den frühen Unterstützer des Stadttheaters zählen.
Der freundliche und langanhaltende Applaus der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte, wie begeistert Alle von diesem kurzweiligen und sehr interessanten Spaziergang waren.

