„Der Frühling kommt hier früher als anderswo. Der Winterling lag plötzlich in knallgelben Tüchern unter den noch kahlen Bäumen in den Ooswiesen, als hätte ein Bühnenbildner seine Requisiten dagelassen. Die ersten Schneeglöckchen ... die herzigen Veilchen und die zusammengeballten Himmelsschlüssel an den Böschungen des kleinen Flusses, wo es doch noch in der Nacht Stein und Bein gefror, dass die prächtigen Blütenschalen der Magnolien braun und breiig wurden. Berühmt war die Krokusblüte auf den Talwiesen, flächig hingebreitete Teppiche in Blau, Gelb, Weiß unter den hohen jetzt meist noch durchsichtigen Parkbäumen. In der Osterwoche hatte die Scilla, der sibirische Blaustern, kleine Glöckchen hochgetrieben, mehrere übereinander am Stengel, dass man Mühe hatte, sie von den gleichzeitig herauskommenden Träubeleshyazinthen zu unterscheiden, je enger zusammen sie standen, desto blauer die Teppiche. Aber über und neben ihnen erschienen kalendermäßig, wie es sich gehörte, die Osterglocken, eine kaum auseinanderzuhaltende Vielfalt von Narzissen von den zartesten, zierlichsten Poetas bis zu den kräftigen Glockenträgern. Vor weißen Blütenblättersternen schwanken die manigfach ausgebildeten gelben Trompeten, wenn sie im Wind ihre leise Musik machten.“
Ihr





